Holzhybridbau: 258 neue Wohnplätze im Passivhausstandard - Variowohnen Bochum

  • Gebäudetyp : Studentenwohnheim
  • Baujahr : 2020
  • Übergabejahr : 2020
  • Straße : Laerheidestraße 4-8 44799 BOCHUM, Deutschland
  • Klimazone : [Cfb] MSeeklima Winter & Sommer - mild, ohne Trockenzeit.

  • Nettogrundfläche : 8 760 m2
  • Bau / Renovierungskosten : 16 500 000 €
  • Kosten/m² : 1883.56 €/m2

Zertifizierung :

  • Primärenergiebedarf :
    39 kWhpe/m2.year
    (Berechnungsmethode : Sonstige )
Energieverbrauch
Wirtschaftliches BauenGebäude
< 50A
A
51 à 90B
B
91 à 150C
C
151 à 230D
D
231 à 330E
E
331 à 450F
F
> 450G
G
Energieintensives Gebäude

Gestaltungskonzept
Mit den Neubauten wird ein ehemaliges Bergbaugelände revitalisiert. Im Rahmen des Förderprogramms Variowohnen konnten 258 Wohnplätze für Studierende realisiert werden. Die in der Bauaufgabe und im Raumprogramm implizierten kleinen Raumverhältnisse, die ein Wohnen pro Person auf ca. 20 m² ermöglichen und somit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von knapp 50 m² liegen, stellen im Rahmen der Suffizienzstrategie zur Erreichung nachhaltiger Gebäude einen wesentlichen Baustein dar. Wesentlicher Erfolgsfaktor bei derartig kleinen Raumverhältnissen ist es, eine möglichst große Akzeptanz zu schaffen, die vor allem durch hochwertige Gestaltung, aber auch durch hohe innenräumliche Variabilität und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten erreicht werden kann. Die in Gestaltung und Qualität hochwertige Möblierung bietet Raum für die eigene Entfaltung und eine persönliche Note. Sie bedient sich dabei eines Farbschemas, welches zwar identitätsstiftend aber nicht aufdringlich ist.

Innovation
Die Holzfassade (Gebäudeklasse 5) wurde unter Bezugnahme auf schweizerische Baurichtlinien als Abweichung genehmigt. Die Detailausbildung ermöglicht eine gerüstlose Montage der vorgefertigten Fassadenelemente ohne Nacharbeiten. Neben den Fenstern und der kompletten Fassadenbekleidung wurden auch die notwendigen Einbauten für die dezentrale Lüftungsanlage bereits werksseitig ausgeführt. Dieser Wandaufbau ist bei geringerer Bauteildicke kostengünstiger als ein vergleichbarer Massivbau und reduziert die CO2-Bilanz erheblich. Die im öffentlich geförderten Wohnungsbau realisierten Gebäude erreichen den DBNB Gold-Standard. Im Kriterium „Ökologische Qualität“ erreicht das Projekt mit einem Erfüllungsgrad von über 83% sogar den Platin-Standard. Hohe Schadstofffreiheit im Innenraum: Hier wurde der beste Anforderungswert nach DGNB nochmals um 50% unterschritten. Die Ausführung in Passivhausqualität ermöglicht den Nachweis als KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Um die innovativen Ansätze aus dem Förderprogramm Variowohnen zu dokumentieren, wurde die gesamte Planungs- und Bauphase wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Zertifizierung
Die im öffentlich geförderten Wohnungsbau realisierten Gebäude erreichen den DBNB Gold-Standard. Im Kriterium „Ökologische Qualität“ erreicht das Projekt mit einem Erfüllungsgrad von über 83% sogar den Platin-Standard. Die Ausführung in Passivhausqualität übertrifft die derzeitigen Vorgaben der Energieeinsparverordnung EnEV. Hohe Schadstofffreiheit im Innenraum: Hier wurde der beste Anforderungswert nach DGNB nochmals um 50% unterschritten.

Transformationspotentiale im Hinblick auf ökologische Nachhaltigkeit
Die besondere Bedeutung der Nachnutzbarkeit von Gebäuden entsteht aus der Erkenntnis der hohen Umwelteinwirkungen aus der Herstellungs- und Recyclingphase. Auch beim Ansatz einer auf Basis des Kreislaufgedankens konzipierten Gebäudestruktur (Cradle to Cradle) werden in aller Regel in jeder Veränderungsphase des Kreislaufes neue Ressourcen in Anspruch genommen. Das umwelttechnisch vorteilhafteste Szenario ist damit die direkte Weiternutzung von Gebäuden bzw. möglichst großen Teilen der Gebäudestruktur. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der Unklarheit über spätere Recyclingmöglichkeiten.

Im Bereich Nachnutzungsszenarien wurden unterschiedliche Nutzungsvarianten dargestellt und auf ihre Vor- und Nachteile untersucht. Zum Zeitpunkt der Planung wurde im Rahmen des Programms Variowohnen als Erstnutzung das Wohnen für Studierende festgelegt und die Grundrisse dementsprechend entwickelt. Aufgrund der steigenden Studierendenzahlen und einer höheren Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum, ist in Ballungsgebieten in den nächsten Jahren mit einem angespannteren Wohnungsmarkt für Studierende zu rechnen. Bereits in die Planung miteinbezogen wurde, dass im späteren Nutzungsverlauf des Gebäudes verschiedene Wohnkonzepte umgesetzt werden können. Das Achsmaß ist so konzipiert, dass ebenfalls eine divergente Nutzung, wie beispielsweise eine Büronutzung als Umnutzungsszenario möglich wäre. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnen Wohnkonzepte für ältere Menschen immer mehr an Bedeutung und stellen ebenfalls ein alternatives Grundrisskonzept dar.

Ökonomie
Die Gebäude sind als Baukastensystem konzipiert. Verschiedene vorgefertigte Elemente sind in einem System derart organisiert, dass eine variable Gestaltung der einzelnen Gebäude sowie eine flexible Nachnutzung möglich sind. Im Einzelnen wurden folgende Systeme gewählt:

- Rohbau aus Stahlbeton-Fertigteilen und Spannbeton-Hohldielen
- Fassade aus Holztafelelementen mit integrierten, dezentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung  
- Sanitärzellen aus selbsttragenden Sandwich-Elementen aus Stahlblechen.

Der Baustoff Holz trägt durch eine werkseitige Vorfertigung der Holztafelelemente zur Bauzeitverkürzung bei und sorgt für eine deutlich verbesserte CO2-Bilanz. Durch die ausgeführte Hybridbauweise können Wärmebrücken stark minimiert und somit auch potentielle Energieverluste minimiert werden, welches sich vorteilhaft auf die Betriebskosten auswirkt.

Soziales
Die zukünftigen Nutzer wurden frühzeitig in die Prozesse eingebunden, die Gebäude wurden nicht nur für den Eigentümer, das AKAFÖ (Akademisches Förderungswerk), sondern für und mit den Nutzern geplant. Wesentlicher Erfolgsfaktor bei derartig kleinen Raumverhältnissen ist es, eine möglichst große Akzeptanz zu schaffen, die vor allem durch hochwertige Gestaltung, aber auch durch hohe innenräumliche Variabilität und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten erreicht werden kann. Die in Gestaltung und Qualität hochwertige Möblierung bietet Raum für die eigene Entfaltung und eine persönliche Note. Sie bedient sich dabei eines Farbschemas, welches zwar identitätsstiftend, aber nicht aufdringlich ist.

Neben den garantierten Individualräumen werden zahlreiche variabel nutzbare Gemeinschaftsflächen angeboten. Nur so ließ sich die drastische Reduktion der Wohnfläche pro Person umsetzen.

Mehr Details zu diesem Projekt

 https://acms-architekten.de/detailseiten-projekte/variowohnungen-bochum

Datenzuverlässigkeit

Durch Dritte zertifiziert

Copyrightt

Sigurd Steinprinz, Düsseldorf
ACMS Architekten GmbH Wuppertal
Rubner Holzbau, Ober-Grafendorf

Unternehmer

    Architekt: ACMS Architekten GmbH

    Markus Kersting, m.kersting@acms-architekten.de; Wuppertal

Bauleiter

    Architekt: ACMS Architekten GmbH

    Markus Kersting, m.kersting@acms-architekten.de; Wuppertal

Stakeholder

    Bauherr

    AKAFÖ Akademisches Förderungswerk, A.ö.R., Universitätsstraße 150, 44801 Bochum

    Geschäftsführer: Jörg Lüken; akafoe@akafoe.de; Bochum


    Zertifizierungsunternehmen

    MNP Ingenieure

    Dr.-Ing. Hendrik Müller, mueller@mnp-ing.de, Lübeck


    Andere

    Projektsteuerung: PSR Reiter und Reiter GbR, Bochum

    Dipl.-Ing. Peter Reiter, office@psr-engineering.de, Bochum


    Tragwerksplaner

    Bild + Partner Beratende Ingenieure, Hagen

    Dr.-Ing. Stefan Bild, info@drbild.de, Hagen


    Andere

    TGA-Planer: Wortmann & Wember GmbH, Bochum

    Dipl.-Ing. Klaus Wember, info@wortmann-wember.de, Bochum


    Andere

    Landschaftsarchitekt: wbp Landschaftsarchitekten GmbH, Bochum

    Dipl.-Ing. (Univ.) Christine Wolf, mail@wbp-landschaftsarchitekten.de, Bochum


    Andere

    Farbplanung: Farb-Bau, Prof. Friedrich Schmuck, Dinslaken

    Prof. Friedrich Schmuck, info@farb-bau.de, Dinslaken


    Andere

    Holzbau: Rubner Holzbau GmbH, Augsburg

    Herr Dipl.-Ing. (FH) Oliver Fried, info@rubner.com, Augsburg


    Andere

    Fotograf: Steinprinz Fotodesign, Sigurd Steinprinz, Düsseldorf

    Herr Sigurd Steinprinz, mail@steinprinz.de, Düsseldorf

Vertragsart

Alleinunternehmer

Nachhaltigkeitsansatz des Eigentümers

Die nicht tragenden Außenwände als vorgefertigte Holztafelwände bewirken schnelle Bauzeiten bei höchsten Dämmstandards und eine CO2-Einsparung von über 400 t im Vergleich zu Massivbauweisen.
Die kompakte Bauweise und eine gute Ausrichtung zur Sonne ermöglichten die wirtschaftliche Umsetzung eines Passivhauses. Zur weiteren Reduktion der Primärenergieaufwendungen wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Im Rahmen der DGNB Gesamtbewertung in Gold wird im Bereich der Ökologie mit einem Erfüllungsgrad von über 83% sogar die höchste Bewertungsstufe in Platin erreicht.

Beschreibung der Architektur

Mit den Neubauten wird ein ehemaliges Bergbaugelände revitalisiert. Im Rahmen des Förderprogramms Variowohnen konnten 258 Wohnplätze für Studierende realisiert werden. Mit dem Programm möchte das Bundesministerium BMI im Rahmen der Forschungsinitiative Zukunft Bau bezahlbaren Wohnraum für Studierende, Auszubildende und Senioren schaffen. Das Projekt wurde als herausragendes Projekt mit der max. Fördersumme von 3,3 Mio. € vom BMI über das BBSR, Bonn und mit 13,6 Mio. € aus der Wohnraumförderung des Landes NRW gefördert.

Zur Umsetzung großer Flexibilität und Umnutzbarkeit sowie einer zeitsparenden und qualitätssichernden hohen Vorfertigung sind die Gebäude als Hybridbau konzipiert. Ein Rohbau mit weitgespannten Spannbetonhohldecken auf Stahlunterzügen und Beton-Fertigteilstützen ermöglicht größte Flexibilität. Trotz der nach Landesbauordnung NRW (gleichlautend in allen Bundesländern) für die vorliegende Gebäudeklasse 4 notwendigen Brandklasse B1, schwer entflammbar, konnte Holz als kosten-günstiges und CO2 bindendes Material eingesetzt werden. Ermöglicht wurde dies durch eine entsprechende Befreiung auf Basis der seit 2005 in der Schweiz eingeführten technischen Baubestimmungen.

Nachhaltiges Bauen
Die nicht tragenden Außenwände als vorgefertigte Holztafelwände bewirken schnelle Bauzeiten bei höchsten Dämmstandards und eine CO2-Einsparung von über 400 t im Vergleich zu Massivbauweisen.
Die kompakte Bauweise und eine gute Ausrichtung zur Sonne ermöglichten die wirtschaftliche Umsetzung eines Passivhauses. Zur weiteren Reduktion der Primärenergieaufwendungen wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Im Rahmen der DGNB Gesamtbewertung in Gold wird im Bereich der Ökologie mit einem Erfüllungsgrad von über 83% sogar die höchste Bewertungsstufe in Platin erreicht.


Um die innovativen Ansätze aus dem Förderprogramm Variowohnen zu dokumentieren, wurde die gesamte Planungs- und Bauphase wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Damit sollen übertragbare Handlungsempfehlungen abgeleitet werden.

keine

Energieverbrauch

  • 39,00 kWhpe/m2.year
  • 120,00 kWhpe/m2.year
  • Sonstige

  • 36,00 kWhfe/m2.year
  • Strom: 7,8 / Heizung: 28,6

Systems

    • Städtisches Netzwerk
    • Städtisches Netzwerk
    • Sonstige
    • Mechanische Belüftung mit Wärmerückgewinnung
    • Photovoltaik

GHG-Emissionen

  • 12,00 KgCO2/m2/year
  • LCA

  • 8,00 KgCO2 /m2
  • 50,00 year(s)
  • 20,00 KgCO2 /m2

Innenraumluftqualität

    Die Messungen in den Räumen erfolgten innerhalb der 28-Tagefrist nach Fertigstellung.
    08.04.2020: Die Messung wurde nach mindestens 8-stündigem geschlossen halten der Räume in zuvor festgelegten 8 Zimmern durchgeführt. Dauer ca. 2-2,5 h.

    08.04.2020: Messung Haus C wurde in zuvor festgelegten 8 Zimmern durchgeführt. Dauer ca. 2-2,5 h.

    Die Messungen wurden gemäß des DGNB Kriteriensteckbriefes NWO 15 durchgeführt und bewertet.
    Die Messungen wurden gemäß der Vorgaben der DIN EN ISO 16000-5, DIN ISO 16000-6 und 16000-3 durchgeführt

    Ergebnis: Sehr hohe Schadstofffreiheit im Innenraum. Hier wurde der beste Anforderungswert nach DGNB nochmals um 50% unterschritten.

Umweltqualität des Gebäudes

  • gebäudetechnsiche Flexibilität
  • Innenraumluftqualität und Gesundheit
  • Komfort visuell, olfaktorisch, thermisch)
  • Energieffizienz
  • Erneuerbare Energien
  • Einbeziehung des Grundstücks
  • Mobilität
  • Bauprozess
  • Produkte und Materialien

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