Alnatura Arbeitswelt

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Zuletzt geändert vom Autor am 13/03/2023 - 12:40
  • Gebäudetyp : Bürogebäude < 28 m
  • Baujahr : 2019
  • Übergabejahr : 2019
  • Straße : Mahathma-Gandhi-Straße 7 64295 DARMSTADT, Deutschland
  • Klimazone : [Cfb] MSeeklima Winter & Sommer - mild, ohne Trockenzeit.

  • Nettogrundfläche : 12 146 m2
  • Bau / Renovierungskosten : 25 000 000 €
  • Funktionelle Einheit : 500 Arbeitsplatz
  • Kosten/m² : 2058.29 €/m2

Zertifizierung :

  • Primärenergiebedarf
    94 kWhpe/m2.year
    (Berechnungsmethode : DIN V 18599 )
Energieverbrauch
Wirtschaftliches BauenGebäude
< 50A
A
51 à 90B
B
91 à 150C
C
151 à 230D
D
231 à 330E
E
331 à 450F
F
> 450G
G
Energieintensives Gebäude

Für den 55.000 Quadratmeter großen Alnatura Campus wurde das ehemalige Kasernengelände im Südwesten von Darmstadt umfassend renaturiert. Versiegelte Flächen wurden aufgebrochen und das anfallende Material in den Freiflächen verbaut.

Herzstück des Campus ist die Alnatura Arbeitswelt, eine lichte, offene Bürolandschaft für bis zu 500 Mitarbeiter. 

Mit einer Bruttogeschossfläche von 13.500 Quadratmetern ist es das europaweit größte Bürogebäude aus Lehm. Lehm reguliert das Raumklima auf natürliche Weise und wirkt sich positiv auf die Raumakustik aus. Ein Erdkanal, der das klimaneutrale Gebäude mit Frischluft aus dem angrenzenden Wald versorgt, eine Regenwasser-Zisterne, Photovoltaik- und Geothermieanlagen sowie lichte Räume, flexible Arbeitsplätze erfüllen höchste ökologische Anforderungen.

Das gesamte Erdgeschoss funktioniert als Treffpunkt, als Raum für Kommunikation, der die unkomplizierte Begegnung von Besuchern und Mitarbeitern ermöglicht. Treppen, Brücken und Stege bieten Verbindungen zu und zwischen den geschwungenen Büroebenen und schaffen horizontale und vertikale Nachbarschaften.

Die Verwandlung des ehemaligen Militärgeländes in einen Campus versinnbildlicht den Alnatura Leitgedanken, Sinnvolles für Mensch und Erde zu gestalten. Als verbindendes Element zwischen Wald und Stadt lädt der Campus dazu ein, Natur und Bio Landwirtschaft im städtischen Raum zu erleben.

Die Arbeitswelt ist ein hochleistungsfähiges Haus mit einem geringen Energieverbrauch und optimiertem Innenkomfort, das ressourcen-schonend unter dem Einsatz natürlicher oder wiederverwendeter Materialien entstanden ist. Eine Besonderheit ist dabei die Stampflehmfassade, die weltweit erstmals mit einer geothermischen Wandheizung belegt wurde. Die Wandlösung mit Anschlüssen ist im Detail anbei dargestellt.

Der Wärmebedarf des Gebäudes wird über die Geothermie betriebene Wandheizung gedeckt.  An rund 60 Tagen im Jahr wird zusätzlich Erdgas bezogen, zur Unterstützung der Heizung zu Spitzenlastzeiten sowie für die Erwärmung des Duschwassers. 

Der Strombedarf wird zu rund 25% über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gedeckt.



Mehr Details zu diesem Projekt

 https://www.haascookzemmrich.com/de/projekte/alnatura-campus/

Datenzuverlässigkeit

Durch Dritte zertifiziert

keine

Copyrightt

Bilder Brigida Gonzalez
Architektur haascookzemmrich STUDIO2050

Unternehmer

Bauleiter

Stakeholder

Nachhaltigkeitsansatz des Eigentümers

Unser neues Bürogebäude, die Alnatura Arbeitswelt, wurde nach dem Einzug im Januar von den Mitarbeitern geradezu euphorisch in Besitz genommen. Die Begeisterung und Zufriedenheit der Mitarbeiter zeigt, dass hier etwas sehr Gutes gelungen ist. Dieses außergewöhnliche Gebäude besticht nicht nur durch die großzügige und lichtdurchflutete Raumaufteilung, sondern auch durch eine exzellente Akustik, die für unsere Arbeitsweise im Open Space und Desk Sharing von elementarer Bedeutung ist. Die Stampflehmfassaden tragen ihren Teil zu dem guten Raumklima bei. Ein mutiges Gebäude mit vielen Innovationen, großer Sorgfalt bei der Auswahl der Materialien und hohem Anspruch an die Nachhaltigkeit, was für Alnatura essentiell ist. Ich habe es bisher noch nie erlebt, dass ich schon morgens, wenn ich ins Büro gehe, so positiv und freudig dem Tag entgegensehe. Ich bin sicher, dass das von Ihnen entworfene Gebäude die Menschen positiv präge und für unsere Arbeit einen entscheidenden Unterschied machen werden.

Beschreibung der Architektur

In Darmstadt ist mit der Alnatura Arbeitswelt ein architektonischer Meilenstein in puncto Nachhaltigkeit, Materialeffizienz, Offenheit und moderner Arbeitsformen entstanden. Zu den Besonderheiten des von haascookzemmrich STUDIO2050 konzipierten Gebäudes am Alnatura Campus, zählt der Einsatz einer innovativen Stampflehmfassade, die weltweit erstmals mit einer geothermischen Wandheizung belegt wurde. Außergewöhnlich ist auch die schallwirksame Holzlamellendecke, die das Atrium und die komplett offen gehaltenen Büroflächen überspannt.

Das Gebäude auf dem Grundstück der ehemaligen Kelley-Barracks, bei dem kaum etwas an ein herkömmliches Bürohaus erinnert, bietet auf drei Etagen mit einer Fläche von ca. 10.000 Quadratmetern Platz für bis zu 500 Mitarbeiter. Architektonisch soll das Haus nicht beeindrucken, sondern einladen. Es ist offen für die Umgebung, für neue Einfälle, für Menschen. Eine Werkstatt für Ideen, die durch ihre Einfachheit besticht.

Wer in das Atrium der neuen Alnatura Arbeitswelt tritt, fühlt sich beinahe wie unter freiem Himmel. Das lichtdurchflutete Holzdach und die transparenten Stirnfassaden lassen so viel Sonnenlicht hereinströmen, dass der gesamte Innenraum taghell erleuchtet wird.Ganz gleich, auf welcher Ebene man sich befindet, der Blick ist von allen Standpunkten spannend und abwechslungsreich. Treppen, Brücken und Stege schaffen Verbindungen und bereichern das räumliche Erleben. Die Dachschrägen umschließen das Atrium, ohne den Raum zu begrenzen.

Die Arbeitswelt verliert sich nicht in einzelnen Abteilungen, abgeschlossenen Räumen und unübersichtlichen Gängen: Es ist ein großer Raum, der sich vom Erdgeschoss bis unter das Dach, zwischen den Fassaden ohne störende Trennwände aufspannt, der den Mitarbeitern und dem Unternehmen eine unbegrenzte Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten bietet und mit dem Dogma starrer Bürostrukturen bricht. Es existiert eine Vielfalt an Räumen, die eine lebendige und flexible Arbeitsatmosphäre ermöglichen. Mit akustisch wirksamen Vorhängen können Besprechungsbereiche bei Bedarf abgetrennt werden. Zudem befinden sich auf allen Ebenen offene Teeküchen, die von den interfunktionalen Teams als Besprechungsorte genutzt werden können. Der Übergang zwischen öffentlichem und internem Bereich ist fließend. So funktioniert das Erdgeschoss als Treffpunkt, der die unkomplizierte Begegnung von Besuchern und Mitarbeitern ermöglicht.

Für die besonderen akustischen Herausforderungen des offenen Gebäudes wurden unter anderem Absorberstreifen in die Betondecke eingelegt. Die geschäumte Betonstruktur der in den Rohbau eingelegten Fertigteile sorgt für eine wirksame Brechung der Schallwellen und trägt wesentlich zur Bedämpfung der Arbeitswelt bei. Das Holzdach mit der schallwirksamen Holzlammellendecke ist ein weiterer wichtiger Baustein. Zusätzlich wirken die hölzerne Fensterrahmung und die Mikroperforierung der Kernwandverkleidung dämpfend auf den Raum. Auch die offenporige Struktur der Stampflehmwand trägt zu der guten Geräuschkulisse des Hauses bei.

Das Gebäude wird ganzjährig natürlich belüftet und verzichtet vollständig auf ressourcenverbrauchende und wartungsintensive Klima- und Lüftungsgeräte. Hierfür nutzt die Arbeitswelt den westlich gelegenen Kiefernwald als Quelle für Frischluft, die über zwei Ansaugtürme am Waldrand in einen Erdkanal geleitet und von dort ins Gebäude geführt wird. Für den Antrieb des Luftstroms sorgt der Kamineffekt des Atriums, eine Thermik die sich unter dem Oberlichtband einstellt.

Da die Zuluft des Erdkanals auf natürliche Weise vorkonditioniert ist, ist der zusätzliche Heiz- und Kühlbedarf des Gebäudes sehr gering. Die Speichermasse der 69 cm dicken Lehmwände und der Betondecke sorgen für ein stabiles, ausgeglichenes Temperaturniveau. An heißen Sommertagen helfen die hohen Räume und die Verdunstungskühlung des Lehms, Wärmeinseln im Arbeitsbereich zu vermeiden.

Die Lage und die Ausrichtung des Gebäudes wurden behutsam nach mikroklimatischen Gesichtspunkten festgelegt. Um bestmögliche Tageslichtbedingungen im Inneren der Arbeitswelt zu bieten ist es mit seinen Längsseiten Nord/Süd orientiert. Damit wird sichergestellt, dass durch das Oberlichtband des Atriums reines Nordlicht ins Gebäude geleitet wird. Ungewollte solare Wärmegewinne werden so vermieden.

Zu den Besonderheiten des Gebäudes zählt eine Stampflehmwand, die in Zusammenarbeit mit Martin Rauch und Transsolar entstanden ist. Die einzelnen Stampflehmblöcke wurden an der Nord- und Südfassade zu 16 je 12 Meter hohen, selbsttragenden Wandscheiben geschichtet. Die Stampflehmfertigteile, die direkt neben der Baustelle vorgefertigt wurden, verfügen über eine 17 Zentimeter starke Kerndämmung aus recyceltem Schaumglasschotter. Zudem wurde in den Wänden Material aus dem Tunnelaushub des Bahnprojekts Stuttgart 21 wiederverwendet. Um der Oberflächenerosion von Stampflehm entgegenzuwirken, sind horizontale Erosionsbremsen aus Ton und Trasskalk in der Wand eingebracht.
Die graue Energie bei der Herstellung, Verarbeitung und einem möglichen Rückbau von Lehm ist praktisch null. Durch die Langlebigkeit des Materials, wie auch durch die hervorragende Luftfeuchteregulation und Wärmespeicherfähigkeit des Lehms, entsteht ein Bau von hoher Wertstabilität. Die Oberfläche bleibt frei von Algen- oder Moosbildung, der Reinigungs- oder Pflegeaufwand der Fassade entfällt.

keine

Meinung der Gebäudenutzer

sehr zufrieden

Energieverbrauch

  • 94,00 kWhpe/m2.year
  • DIN V 18599

    Der Wärmebedarf des Gebäudes wird über die Geothermie betriebene Wandheizung gedeckt.
    An rund 60 Tagen im Jahr wird zusätzlich Erdgas bezogen, zur Unterstützung der Heizung zu
    Spitzenlastzeiten sowie für die Erwärmung des Duschwassers.
    Der Strombedarf wird zu rund 25% über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach gedeckt.

Systems

    • geothermische Wärmepumpe
    • Andere
    • Wärmepumpe
    • Erdwärmepumpe
    • Natürliche Belüftung
    • Photovoltaik
    • Erdwärmepumpe (Erdsonden)
    • Wärmepumpe

    Die Arbeitswelt ist ein hochleistungsfähiges Haus mit einem geringen Energieverbrauch und optimiertem Innenkomfort, das ressourcenschonend unter dem Einsatz natürlicher oder wiederverwendeter Materialien entstanden ist. Eine Besonderheit ist dabei die Stampflehmfassade, die weltweit erstmals mit einer
    geothermischen Wandheizung belegt wurde.

Produkt/ Dienstleistung

    Stampflehmwand

    Lehm Ton Erde Baukunst

    Martin Rauch, [email protected]

     https://www.lehmtonerde.at/de/

    Rohbau / Struktur, Mauerwerk, Fassade

    Die Stampflehmfassade
    In Zusammenarbeit mit Martin Rauch und Transsolar ist eine innovative Stampflehmwand entstanden. Die einzelnen Stampflehmblöcke (3,5m x 1,0m) wurden an der Nord- und Südfassade zu 16 je 12m hohen Wandscheiben geschichtet. Weltweit zum ersten Mal wurde die Stampflehmwand dabei mit einer geothermischen Wandheizung belegt.

    Eine weitere Besonderheit ist die Kerndämmung der direkt neben der Baustelle vorgefertigten Stampflehm-Fertigteile: Die 17cm starke Dämmung besteht aus Schaumglasschotter, einem Recyclingmaterial. Die äußere Stampflehmschicht ist 38cm, die innere 14cm dick. Gesamthaft hat der Aufbau eine Dicke von 69cm und erreicht einen guten U-Wert von 0,35W/(m2·K). Die 12m hohen Stampflehmscheiben sind selbsttragend und lediglich mit Ankern an den Geschossdecken fixiert.

    Die Wände enthalten nicht nur Lehm aus dem Westerwald und Lavaschotter aus der Eifel, sondern auch recyceltes Material aus dem Tunnelaushub von Stuttgart 21.

    Die Herstellung von Stampflehm ist einfach, verlangt aber Gespür für das Material sowie Knowhow in der Schalungs- und Verdichtungstechnologie. Gestampfter Lehm ist sehr massiv, seine Dichte ist mit Beton vergleichbar. Stampflehm wirkt somit hervorragend als Speichermasse und reguliert auf natürliche Art und Weise die Raumluftfeuchte.

    Um der Oberflächenerosion von Stampflehm entgegenzuwirken sind horizontale Erosionsbremsen aus Ton und Trasskalk in einem Abstand von 30 bis 60cm eingebracht. Wie eine Flussverbauung bremsen sie die Kraft des Wassers und minimieren so die Erosion.

    Die graue Energie bei der Herstellung, Verarbeitung und einem möglichen Rückbau von Lehm ist praktisch null. Es zeigt sich, dass Lehm hier noch weit vor bekannten Naturprodukten wie Holz oder Tonziegeln liegt.
    Durch die Langlebigkeit des Materials, wie auch durch die hervorragende Luftfeuchteregulation und Wärmespeicherfähigkeit des Lehms, entsteht ein Bau von hoher Wertstabilität. Die Oberfläche bleibt frei von Algen- oder Moosbildung, der Reinigungs- oder Pflegeaufwand der Fassade entfällt. Im Inneren verbessert die poröse Oberfläche neben dem Raumklima auch wesentlich die Akustik der angrenzenden Bürofläche.

    Die Anmutung von Einfachheit und Ehrlichkeit bleibt jahrzehntelang erhalten.

Städtische Umwelt

Für den 55.000 Quadratmeter großen Alnatura Campus wurde das ehemalige Kasernengelände im Südwesten von Darmstadt umfassend renaturiert. Versiegelte Flächen wurden aufgebrochen und das anfallende Material in den Freiflächen verbaut.

Herzstück des Campus ist die Alnatura Arbeitswelt, eine lichte, offene Bürolandschaft für bis zu 500 Mitarbeiter.

Mit einer Bruttogeschossfläche von 13.500 Quadratmetern ist es das europaweit größte Bürogebäude aus Lehm. Lehm reguliert das Raumklima auf natürliche Weise und wirkt sich positiv auf die Raumakustik aus. Ein Erdkanal, der das klimaneutrale Gebäude mit Frischluft aus dem angrenzenden Wald versorgt, eine Regenwasser-Zisterne, Photovoltaik- und Geothermieanlagen sowie lichte Räume, flexible Arbeitsplätze erfüllen höchste ökologische Anforderungen.

Grundstücksfläche

55 000,00 m2

Umweltqualität des Gebäudes

  • Innenraumluftqualität und Gesundheit
  • Akustik
  • Komfort visuell, olfaktorisch, thermisch)
  • Wasserwirtschaft
  • Energieffizienz
  • Erneuerbare Energien
  • Instandhaltung
  • building end of life management
  • Einbeziehung des Grundstücks
  • Mobilität
  • Bauprozess
  • Produkte und Materialien
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Verfasst von

Lynn Mayer


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