"Aus der Teilnahme an den Awards sind vielfältige, teilweise unvorhergesehene Vorteile entstanden", erklärt A. Schütze (solares bauen), Teilnehmer 2017

In 2017 hat Alexandre Schütze vom Ingenieurbüro solares bauen die Fallstudie "Null-Emissions-Green Building Kirstein & Sauer" auf Construction21 veröffentlicht, um an der Green Solutions Awards teilzunemmen. Mit diesem vorbildlichen Projekt hat er - in Zusammenarbeit mit Architekten Wannenmacher+Möller und Kirstein & Sauer GmbH als Bauherr - den ersten internationalen Preis in der Kategorie "Energie & Gemäßigtes Klima" gewonnen. Jetzt erzählt Alexandre Schütze, wie dieses Bürogebäude entstanden ist und, warum es sich lohnt, sich um den Wettbewerb zu bewerben.

Wie ist das Projekt entstanden und was waren die Ziele?

Das Büro- und Geschäftshaus der Fa. Kirstein&Sauer ist in der östlichen Innenstadt von Bielefeld entstanden, einem unmittelbar ans Stadtzentrum angrenzenden Stadtteil. Dieser entwickelte sich in den letzten Jahren aus einer heterogenen, starken gewerblichen Nutzung zu einer gemischten Nutzung aus Wohnen und Arbeiten. An der Stelle eines ehemaligen Autohaus wurde mit dem Büro- und Geschäftshaus versucht, zu der Belebung und städtebaulichen Aufwertung des Viertels beizutragen.

Für den Entwickler und gleichzeitig künftiger Vermieter des Gebäudes war es klar, dass dieses Gebäude hohe Nachhaltigkeitsansprüche erfüllen muss. Zum einen sollten die Mieter von gut kalkulierbaren Nebenkosten auf geringem Niveau profitieren. Zum anderen sollte der eigene Bestand von Kirstein & Sauer um ein Null-Emissionshaus wachsen, welches auch langfristig zu den energieeffizientesten Bürogebäuden in Bielefeld gehören dürfte. Dafür holte sich der Entwickler die Kompetenzen von einem lokalen Architekturbüro, Wannenmacher+Möller, und von seinem Team von Fachplanern, zu denen solares bauen gehörte.

Kirstein&Sauer GebäudeWas sind die Haupteigenschaften dieses Projekts?

Das Büro- und Geschäftshaus wurde als Null-Emissions-Gebäude realisiert. Die vorgesehene Vorbildfunktion des Gebäudes ist auf die Kombination hochentwickelter Lösungen zurückzuführen, die für ein sehr hohes Niveau an Effizienz, für geringe Kosten sowie für eine erhöhte Widerstandsfähigkeit/Funktionssicherheit sorgen. Vor allem liegt das Augenmerk auf einer ausgefeilten Energieplanung, die die Anforderungen der Systeme und Nutzer berücksichtigt.

Haben Sie sich auf besondere Schwierigkeiten gestoßen? Falls ja, welche und wie haben Sie sie gelöst?

Die größte Herausforderung dieses Projekts lag darin, hervorragende Energiestandards zu erreichen, ohne die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu beeinträchtigen. Dafür ist eine integrale Planung entstanden, die voraussetzt, dass alle Beteiligten an denselben Strang ziehen. Optimierungspotentiale wurde dadurch nicht nur in der Haustechnik erreicht sondern auch in der Gebäudehülle und sogar durch Synergien zwischen Architektur und Technik.

Welche Vorteile haben Sie durch Ihre Teilnahme an der Green Solutions Awards 2017 und Ihren Preis erhalten?

Aus der Teilnahme an den Awards sind vielfältige, teilweise unvorhergesehene Vorteile entstanden. Schon die Bewerbung konnten wir als einen profitablen Abschlussbericht zu dem Projekt für uns selbst verwandeln. In einem Planungsbüro wird (zu) selten rückblickend auf abgeschlossene Projekten geblickt, um den Planungsprozess und die technischen Lösungen im Nachhinein kritisch zu hinterfragen und die Erfolgspunkte hervorzuheben. Diese zusammenfassende Arbeit konnten wir für neue Projekte, sowohl in der Akquise als auch in der Planung sehr gut verwenden.

Der Preis an sich ist natürlich ein zusätzlicher Vorteil. Allein für unsere Mitarbeiter sind solche Bestätigungen, dass unsere Projekte in vielen Aspekten vorbildlich sind, immer willkommen! Dazu galt der Preis als Erinnerung für alle Projektbeteiligten, es sei Bauherr, Architekten, Fachplaner dass wir eine besondere Leistung gemeinsam erbracht haben. Nach diesem Erfolg haben wir unsere Kooperation mit dem Büro Wannenmacher+Möller noch verstärkt und planen gemeinsam weitere ambitionierte Bauvorhaben.

Wie wirkt sich der Mischcharakter des Gebäudes effizient energetisch aus?

Der Mischcharakter des Gebäudes ist vorrangig durch seine Kubatur energetisch vom Vorteil. Zu oft werden Supermärkte als eingeschossige Hallen gebaut, mit den bekannten Folgen hinsichtlich Bodenversiegelung und Energiebedarf. Durch die Überlagerung von diesen zwei Nutzungen kann man fast sagen, dass die Versiegelung und die Wärmeverluste durch Boden und Dächer halbiert wurden. Zusätzlich wurden Skaleneffekte erreicht, die sich auf die ökonomische Bilanz des Projektes und der technischen Lösungen positiv auswirkten.

Welche Lösungen der Flexibilität bietet das Gebäude den Vermietern, was den Raum betrifft und wie wirkt sich diese Modularität auf die Leistung des Gebäudes aus?

Kirstein&Sauer Gebäude

Durch die Gestaltung der Grundrisse und die Anordnung der Treppenhäuser können bis 4 separaten Mieteinheiten mit 350QMn pro Geschoss ohne Aufwand erstellt werden. Die Verteilungsnetze der Haustechnik (Lüftung, Heizung und Kühlung) wurde dementsprechend entworfen (achsenweise Heizung und Kühlung, Verlauf der Lüftung ausschließlich im mittleren Bereich). Damit war es möglich, das Gebäude zu bauen und in Betrieb zu nehmen bevor die Vermarktung abgeschlossen war. Eine Lieferung „core and shell“ einiger Einheiten und ihren späteren Ausbau mit nutzerspezifischen Grundrissen konnte erfolgen. Die gewünschte Modularität hatte keinerlei negative Auswirkung auf die energetische Leistung des Gebäudes, der Einsatz von innovativen Lösungen wie Doppelboden mit integrierten Fußbodenheizung ermöglichte gleichzeitig eine Flexibilität bei der Elektroinstallation und niedrige Temperaturen bei dem Heizsystem.

 

Fallstudie Null-Emissions-Green Building Kirstein&Sauer
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Autor der Seite

  • Alexia ROBIN

    Responsable Marketing-Communication

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